FRAUEN*ZIMMERSCHIESSEN

2025
Fotografien, Fotoobjekte, Installation
entstanden im Rahmen des Projektes FRAUEN*ZIMMERSCHIESSEN


FRAUEN*ZIMMERSCHIESSEN (1)

FRAUEN*ZIMMERSCHIESSEN (1)

2024-2025

13-teilige Fotoserie á 150x100 cm

HQ UV Druck auf Dispaplatte

Konzept, Recherche, künstlerische Umsetzung: Elisa Andessner

Fotos: Violetta Wakolbinger


Originale, beschossene Schützenscheiben aus dem 17. bis frühen 20. Jahrhundert wurden in den Archiv- und Museumsräumen verschiedener

Institutionen fotografiert: im Museum Innviertler Volkskundehaus Ried im Innkreis, bei der Privilegierten Schützengesellschaft Gmunden, im Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt, im Museum Rupertiwinkel Tittmoning sowie im ReichenhallMuseum Bad Reichenhall. Auf der Rückseite der Fotoplatten sind ergänzende Informationen zu den jeweiligen Schützenscheiben vermerkt.


TREFF ICH DICH INS HERZ

Foto: Mark Sengstbratl

Handbemalte, beschossene Schützenscheibe
2024

Gouache auf Holz, Ø 60 cm
Konzept, künstlerische Umsetzung: Elisa Andessner
Malerei: Romana Hörzing
Grafischer Entwurf: Christoph Freynschlag

Foto: Mark Sengstbratl

Video
2025
Konzept, Performance, künstlerische Umsetzung: Elisa Andessner

Regie, Schnitt: Alenka Maly

Kamera: Roland Freinschlag
Schützenscheibenmalerei: Romana Hörzing


TREFF ICH DICH INS HERZ

Die Arbeit zeigt eine eigens gestaltete Schützenscheibe, die Femizide innerhalb von Liebesbeziehungen thematisiert. Ausgangspunkt ist Eifersucht und patriarchales Besitzdenken, verdichtet im Satz „Wenn ich dich nicht haben kann, soll dich keiner haben“. Zu sehen ist das Porträt der Künstlerin mit dem Schriftzug „Treff ich Dich ins Herz, bist Du auf ewig Mein“, ergänzt durch eine Zielscheibe, die auf das Herz zielt. Gestaltung und Frakturschrift greifen traditionelle Schützenscheiben und historische Sprüche auf. Die Scheibe wurde von Romana Hörzing realisiert.

In der performativen Videoarbeit richtet die Künstlerin eine Waffe auf diese Scheibe und schießt mehrfach auf ihr eigenes Porträt. Der Schuss durchbricht die romantisierte Oberfläche und macht den sonst unsichtbaren Gewaltakt sichtbar. Indem Andessner zugleich Zielscheibe und Schützin ist, bricht sie mit der passiven Darstellung weiblicher Körper in der Tradition der Schützenscheiben. Der Akt ist solidarisch und konfrontativ zugleich: Er identifiziert sich mit historischen Frauenbildern und beansprucht Handlungsmacht, um patriarchale Bildtraditionen kritisch zu überschreiben.


DIE MAHNWACHE DER AHNINNEN

Fotos: Elisa Andessner

Fotos: Mark Sengstbratl

Fotos: Violetta Wakolbinger


MAHNWACHE DER AHNINNEN

2025

13 Foto-Objekte à 125-220 x 65-135 cm (HxB)

Fototapete auf Gipskartonplatten, Konstruktionsholz (Fichte sägerau), roher Stahl


Konzept, Recherche, künstlerische Umsetzung: Elisa Andessner

Produktionsleitung, Design: Tobias Zucali

Fotos: Violetta Wakolbinger, Elisa Andessner

Lebensgroße Fotofiguren zeigen auf ihrer Vorderseite Frauenmotive, die originalen Schützenscheiben aus dem 17. bis frühen 20. Jahrhundert sowie Schützenfestpostkarten aus dem späten 19. Jahrhundert entnommen wurden. Die Wahl der Konstruktion und der Materialien orientiert sich am Prinzip des Trockenbaus.


DIE NEUN HÄUTE DES WEIBES

DIE NEUN HÄUTE DES WEIBES

Konzept, Recherche, Stimme, künstlerische Umsetzung: Elisa Andessner

Gestaltung, Schnitt: Alenka Maly

Foto: Violetta Wakolbinger

Schützenscheibe ReichenhallMuseum, Bad Reichenhall (DE)

 

Die Videoarbeit DIE NEUN HÄUTE DES WEIBES untersucht eine gleichnamige Schützenscheibe aus dem Jahr 1780 aus der Sammlung des ReichenhallMuseums, die durch ihren besonders brutalen Bildinhalt auffällt. Das Video zeigt Bild- und Textfragmente in jener Reihenfolge, in der sie auf der originalen Scheibe angeordnet sind. Parallel zu den Bildern werden die auf der Scheibe in alter deutscher Schrift angebrachten Kurztexte gesprochen. In jeder Szene bedroht oder schlägt ein Mann eine Frau mit einem Holzknüppel.

Die Frau wird dabei jeweils mit einem Tier verglichen – eine vermeintliche Rechtfertigung für die Ausübung von Gewalt. Auch bildlich sind die Frauenfiguren mit verschiedenen Tieren kombiniert, die auf diffamierende Weise bestimmte Eigenschaften illustrieren sollen. Am Ende bedankt sich die Frau dafür, dass ihr die Häute abgezogen wurden, und belohnt den Mann mit dem Versprechen ewiger Liebe bis in den Tod


FRAUEN*ZIMMERSCHIESSEN (2)


FRAUEN*ZIMMERSCHIESSEN (2)
2024-2025
Sammlung von originalen Schützenfestpostkarten
≈ 70 Stück à ≈ 10 x 15 cm

Konzept, Recherche, künstlerische Umsetzung: Elisa Andessner
Ein Archiv aus originalen, gebrauchten Ansichtskarten von Schützenfesten aus den Jahren 1890 bis 1920, erworben über Onlineantiquariate.